Das Wichtigste in Kürze:
- Vorlesen schafft Nähe zwischen Großeltern und Enkeln und schenkt beiden schöne gemeinsame Momente
- Es fördert bei Kindern Sprache, Fantasie und Konzentration und hält bei Großeltern den Geist wach
- Wichtiger als perfektes Vorlesen ist die liebevolle, ruhige Zeit miteinander
- Mit verteilten Rollen, Pausen und Nachfragen wird das Vorlesen besonders lebendig
- Auch über die Entfernung lässt sich vorlesen, etwa per Telefon oder Videoanruf
Ein Kind auf dem Schoß, ein Buch in der Hand und eine Geschichte, die beide in eine andere Welt entführt: Vorlesen gehört zu den schönsten Dingen, die Großeltern mit ihren Enkeln teilen können. Es kostet nichts, braucht keine Vorbereitung und schenkt doch wertvolle gemeinsame Zeit. Dieser Artikel zeigt dir, warum Vorlesen so wertvoll ist und wie du daraus für dich und deine Enkel einen besonderen Moment machst.
Warum Vorlesen so wertvoll ist
Vorlesen ist weit mehr als Zeitvertreib. Für Kinder ist es ein kleiner Schatz: Sie lernen neue Wörter, üben Zuhören und Konzentration und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Geschichten vermitteln nebenbei Werte, Mut und Verständnis für andere.
Aber auch für die Großeltern tut Vorlesen gut. Es hält den Geist wach, weil man Texte lebendig vorträgt und sich in Geschichten hineindenkt. Vor allem aber schafft es Nähe. Die ungeteilte Aufmerksamkeit, das Kuscheln beim Lesen und das gemeinsame Lachen verbinden die Generationen auf eine ganz besondere Weise.
So wird Vorlesen lebendig
Du musst kein Schauspieler sein, damit eine Geschichte zündet. Schon kleine Kniffe machen das Vorlesen lebendiger:
- Mit der Stimme spielen: Mal leiser, mal lauter, mal langsam und spannend. Verschiedene Stimmen für die Figuren machen Spaß.
- Pausen einbauen: An spannenden Stellen kurz innehalten weckt die Neugier.
- Nachfragen stellen: Was glaubst du, wie es weitergeht? So wird das Kind Teil der Geschichte.
- Bilder betrachten: Gemeinsam die Bilder anschauen und benennen, was dort passiert.
Lass dem Kind ruhig Zeit, Fragen zu stellen oder eine Seite länger zu betrachten. Es geht nicht darum, das Buch zu Ende zu bringen, sondern um die gemeinsame Freude an der Geschichte.

Das passende Buch finden
Welches Buch sich eignet, hängt vor allem vom Alter des Kindes ab. Für die Kleinsten sind kurze Geschichten mit großen Bildern und wenig Text ideal. Ältere Kinder freuen sich über längere Erzählungen, lustige Abenteuer oder Geschichten, die in Fortsetzungen weitergehen.
Schön ist es, wenn das Kind mitentscheiden darf. Ein Lieblingsbuch immer wieder vorzulesen, ist völlig in Ordnung, denn Wiederholung gibt Kindern Sicherheit. Auch eigene Geschichten aus deiner Kindheit oder Märchen, die du selbst als Kind gehört hast, sind ein Schatz. So verbindest du das Vorlesen sogar mit dem Festhalten deiner eigenen Erinnerungen.
Vorlesen über die Entfernung
Nicht immer wohnen die Enkel um die Ecke. Doch auch über die Distanz lässt sich diese schöne Gewohnheit pflegen. Per Telefon oder Videoanruf kannst du eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, fast so, als wärst du im selben Raum.
Manche Großeltern nehmen Geschichten auch auf, sodass das Kind sie immer wieder anhören kann, mit der vertrauten Stimme von Oma oder Opa. Das ist ein liebevolles kleines Geschenk, das bleibt. Wer den Umgang mit Videoanrufen üben möchte, findet Hilfe in unserem Beitrag zur Zeit mit den Enkeln.
Fazit
Vorlesen ist eines der schönsten Geschenke, das Großeltern ihren Enkeln machen können, und es schenkt auch ihnen selbst viel zurück. Es fördert die Kinder, hält den eigenen Geist wach und schafft Nähe, die in Erinnerung bleibt. Dabei kommt es nicht auf perfektes Vorlesen an, sondern auf die liebevolle gemeinsame Zeit. Ob auf dem Sofa, im Bett oder per Videoanruf: Schnapp dir ein Buch und eine Geschichte, der Rest ergibt sich von selbst.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter kann man Kindern vorlesen?
Schon den Kleinsten kann man vorlesen, anfangs mit kurzen Geschichten und großen Bildern. Mit dem Alter dürfen die Texte länger und die Geschichten anspruchsvoller werden. Wichtig ist, das Buch zum Kind passend auszuwählen.
Wie lese ich lebendig vor?
Spiel mit der Stimme, mach an spannenden Stellen Pausen, stell Zwischenfragen und schau gemeinsam die Bilder an. Verschiedene Stimmen für die Figuren machen Spaß. Perfektion ist nicht nötig, die Freude an der Geschichte zählt.
Ist es schlimm, immer dasselbe Buch vorzulesen?
Überhaupt nicht. Kinder lieben Wiederholung, weil sie ihnen Sicherheit gibt. Ein Lieblingsbuch immer wieder vorzulesen, ist also völlig in Ordnung und stärkt die Bindung sogar.
Kann ich auch über die Entfernung vorlesen?
Ja. Per Telefon oder Videoanruf lässt sich wunderbar eine Geschichte vorlesen. Manche Großeltern nehmen Geschichten auch auf, sodass das Kind sie mit der vertrauten Stimme immer wieder anhören kann.
Was bringt Vorlesen den Großeltern selbst?
Vorlesen hält den Geist wach, weil man Texte lebendig vorträgt und sich in Geschichten hineindenkt. Vor allem aber schafft es Nähe zu den Enkeln und schenkt schöne, verbindende Momente.
